Newsletter bestellen  . . Deutsch Englisch

Artikel:

Der Tod ist nicht genug. Zur Inszenierung gewaltsamen Sterbens in den konfliktreichen Settings dystopischer Jugendliteratur (Sonja Loidl)

Abstract:

Anders als in realistischer Jugendliteratur kristallisiert sich in phantastischer, speziell in dystopischer, Jugendliteratur heraus, dass weniger der Tod an sich, als  gewaltsames Sterben, oft eine zentrale Rolle übernimmt. Ausgehend von der Dichotomie Schockraum versus Schonraum werden kriegerische Zustände, die gesellschaftliche Umwälzungen mit sich bringen als ein dominantes Thema in aktuellen jugendliterarischen Dystopien hervorgehoben: Den gewählten Textbeispielen Die Tribute von Panem von Suzanne Collins, Vollendet von Neal Shusterman und Die Bestimmung von Veronica Roth liegen Gesellschaftskonzepte zugrunde, die direkt aus einem Kriegszustand hervorgegangen sind. Die ProtagonistInnen werden jeweils in eine Art von Stellvertreterkrieg geschickt mit dessen Hilfe der gewaltsamen Tod Vieler  (durch fortgesetzten bzw. ausbrechenden Krieg unabwendbar), durch den gewaltsamen Tod Weniger abgewendet werden soll.

Für Wissensvermittlung über die erzählte Welt und Empathiebildung – beide in Bezug auf das Thema Tod stark relevant –  ist die Perspektive entscheidend, deren Wahl in den Ausführungen reflektiert wird. Darüber hinaus wird auf den gesellschaftlichen Wandel der Umgangsweise mit dem Tod vom Ritus zur Unterhaltung Bezug genommen und ein Ausblick auf die Inszenierung gewaltsamen Sterbens in der Verfilmung von Die Tribute von Panem gegeben.

4,00 €   0,00 €

Zum Artikel